St. Pölten Ölbergkapelle

Der Kalvarienberg befindet sich an der Westausfahrt von St. Pölten unmittelbar neben der Stockingerbrücke. Die Anlage wurde im Jahr 1740 von einer St. Pöltner Bürgerin gestiftet und besteht aus einer Kreuzigungsgruppe am Gipfelplateau, einer Treppenanlage und einem im 19. Jahrhundert hinzugefügten Bildstock am Treppenfuß, der sogenannten Ölbergkapelle. Während die Kreuzigungsgruppe und die Treppenanlage bereits restauriert und instandgesetzt wurden, verharrte die Ölbergkapelle bis vor Kurzem noch im denkmalpflegerischen Dornröschenschlaf. Dieser fand mit einer seitens der Stadt St. Pölten beauftragten restauratorischen Befundung sein Ende, wobei wir eine überraschend hochwertige Dekorationsmalerei an der Raumschale und eine (vermutete) Inschrift im Giebeldreieck der Fassade dokumentieren konnten. Die Ölbergkapelle wurde im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts von dem St. Pöltner Bürger Josef Hönig gestiftet, der sich gleichzeitig für die Erhaltung und Instandsetzung der gesamten Kalvarienberganlage einsetzte. Wir vermuten, dass die Inschrift an der Kapellenfassade mit dem Stifter in Zusammenhang steht, genaueres wird man jedoch erst nach der Freilegung wissen. Derzeit arbeitet die Baufirma an der Putzsanierung, im Anschluss daran werden wir mit der Freilegung und Restaurierung der Malerei beginnen. Die Figurenausstattung der Kapelle und das Gitter befinden sich zur Restaurierung in unserem Atelier.

Eine Fotoaufnahme der Ölbergkapelle und der Treppenanlage aus dem Jahr 1910. Die damalige Inschrift "Renovirt i. J. 1894 von Ignaz König´s Erben"  ist heute leider verloren. Bildquelle: Diözesanarchiv St. Pölten
Eine Fotoaufnahme der Ölbergkapelle und der Treppenanlage aus dem Jahr 1910. Die damalige Inschrift "Renovirt i. J. 1894 von Ignaz König´s Erben" ist heute leider verloren. Bildquelle: Diözesanarchiv St. Pölten
Die Kapelle heuer im Frühjahr vor Beginn der Arbeiten.
Die Kapelle heuer im Frühjahr vor Beginn der Arbeiten.
Die Letztfassung der Figurengruppe hatte nicht nur optisch Luft nach oben. Der dick aufgetragene Acryllack stellte auch materialtechnisch ein Problem dar und musste in zeitaufwändiger Kleinarbeit entfernt werden.
Die Letztfassung der Figurengruppe hatte nicht nur optisch Luft nach oben. Der dick aufgetragene Acryllack stellte auch materialtechnisch ein Problem dar und musste in zeitaufwändiger Kleinarbeit entfernt werden.
Bei der Befundung konnte im Giebeldreieck unter zahlreichen Übermalungen eine bauzeitliche Inschrift dokumentiert werden, die im Zuge der projektierten Restaurierung  freigelegt werden soll.
Bei der Befundung konnte im Giebeldreieck unter zahlreichen Übermalungen eine bauzeitliche Inschrift dokumentiert werden, die im Zuge der projektierten Restaurierung freigelegt werden soll.

Die Figurenausstattung der Kapelle nach abgeschlossener Restaurierung.

Die Raumschale der Kapelle mit freigelegter und restaurierter Ausmalung.

Gesamtansicht der restaurierten Ölbergkapelle. 

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